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DienstnehmerIn

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Dienstnehmer im sozialversicherungsrechtlichen Sinn ist, wer in einem Verhältnis persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt beschäftigt wird.

Zu den Dienstnehmern gehören auch Personen, bei deren Beschäftigung die Merkmale persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegenüber den Merkmalen selbstständiger Ausübung der Erwerbstätigkeit überwiegen.

Als Dienstnehmer gilt jedenfalls auch, wer gemäß § 47 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes 1988 eine lohnsteuerpflichtige Tätigkeit ausübt.

Dies ist der Fall, wenn die tätige Person ihre Arbeitskraft schuldet, unter der Leitung des Arbeitgebers steht oder dessen Weisungen zu folgen verpflichtet ist.

Einkünfte von Beamten aus Nebentätigkeiten sowie Bezüge, Auslagenersätze und Ruhe-(Versorgungs-)Bezüge im Sinne des Bezüge- und Verfassungsgerichtshofgesetzes sowie jene von Landesräten, Landtagsabgeordneten, (Vize-)Bürgermeistern, Stadträten und Mitgliedern einer Stadt-, Gemeinde- oder Ortsvertretung sind zwar dem Grunde nach lohnsteuerpflichtig, führen jedoch zu keiner Dienstnehmerstellung.


Merkmale Dienstnehmer

Ein Dienstverhältnis setzt das Vorliegen eines förmlichen Arbeitsvertrages nicht voraus. Es genügt ein tatsächliches, auf Leistung und Gegenleistung beruhendes Beschäftigungsverhältnis zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer.

Charakteristisch für ein Beschäftigungsverhältnis als Dienstnehmer sind die persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit gegenüber dem Dienstgeber sowie der Bezug von Entgelt.

Persönliche Abhängigkeit
Dies bedeutet im Wesentlichen:

  • persönliche Arbeitsleistungspflicht
  • Gebundenheit (= Fremdbestimmtheit) des Beschäftigten an Arbeitszeit, Arbeitsort und das arbeitsbezogene Verhalten
  • Weisungsunterworfenheit
  • Kontrollunterworfenheit
  • disziplinäre Verantwortlichkeit gegenüber dem Dienstgeber
  • Eingliederung in die Unternehmensstruktur des Dienstgebers


Wirtschaftliche Abhängigkeit

Diese liegt vor, wenn

  • der Dienstnehmer seine Tätigkeit mit den Betriebsmitteln (Büroausstattung, Maschinen etc.) des Dienstgebers verrichtet.
  • er zur Berufsausübung nur in der Lage ist, wenn ihm der Dienstgeber die wesentlichen Betriebsmittel zur Verfügung stellt.
  • er keine Verfügungsmacht über die für den Betrieb wesentlichen organisatorischen Einrichtungen und Betriebsmittel besitzt.


Die wirtschaftliche Abhängigkeit darf aber keinesfalls mit einer Lohnabhängigkeit, d. h. mit dem Angewiesensein des Beschäftigten auf das Entgelt zur Bestreitung des Lebensunterhaltes, gleichgesetzt werden.

Info

Von einem Dienstverhältnis ist auch dann auszugehen, wenn die Merkmale der persönlichen und wirtschaftlichen Abhängigkeit gegenüber jenen der selbstständigen Ausübung der Tätigkeit überwiegen.


Die Beurteilung eines Beschäftigungsverhältnisses hat immer nach den tatsächlichen Gegebenheiten zu erfolgen. Maßgebend für die Beurteilung ist also nicht der Inhalt der vertraglichen Vereinbarung, sondern, wie sich das Beschäftigungsverhältnis in der Praxis tatsächlich darstellt.


Beitragsgrundlage

Allgemeine Beitragsgrundlage - sprich Ausgangsbasis zur Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge - ist der im Beitragszeitraum gebührende Arbeitsverdienst.
Für DienstnehmerInnen, Lehrlinge und freie DienstnehmerInnen ist als Arbeitsverdienst das auf volle Cent gerundete Entgelt heranzuziehen.

Für einige Versichertengruppen gibt es abweichende Regelungen (z. B. fixe Beitragsgrundlagen).

Nähere Informationen zum Thema Beitragsgrundlage finden Sie  hier.


Beitragsgruppen und Beitragssätze

Hier finden Sie Auflistungen zu Beitragsgruppen und Beitragssätzen.

  • Höchstbeitragsgrundlage für DienstnehmerInnen

Die im Durchschnitt des Beitragszeitraumes (oder eines Teiles des Beitragszeitraumes) auf den Kalendertag entfallende allgemeine Beitragsgrundlage darf die tägliche Höchstbeitragsgrundlage nicht überschreiten.

Umfasst der Beitragszeitraum einen Kalendermonat und hat für den ganzen Kalendermonat Beitragspflicht bestanden, so ist bei der Anwendung der Höchstbeitragsgrundlage der Beitragszeitraum jedenfalls mit 30 Tagen anzusetzen.

Für Sonderzahlungen gibt es einen jährlichen Betrag, der nicht überschritten werden darf.

Die Höchstbeitragsgrundlage beträgt im Jahr 2016

  • täglich EUR 162,00 bzw.
  • monatlich EUR 4.860,00.


Sonderzahlungen sind im Kalenderjahr bis zu einem Höchstbetrag von EUR 9.720,00 beitragspflichtig.

Detailliertere Informationen zum Thema Höchstbeitragsgrundlage finden Sie  hier.


SV-Beiträge, Nebenbeiträge, Umlagen

Als „echter“ Dienstnehmer bzw. als "echte" Dienstnehmerin unterliegt man der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung, sowie der Arbeitslosenversicherung.

Ebenso sind vom Dienstgeber bzw. der Dienstgeberin Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beitrag), der Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE) sowie die Arbeiterkammerumlage (AK) und der Wohnbauförderungsbeitrag zu entrichten.

Nähere Informationen zu SV-Beiträgen und diversen Umlagen finden Sie  hier.


Geringfügige Beschäftigung von DienstnehmerInnen

Ein Beschäftigungsverhältnis als

  • DienstnehmerIn,
  • freie/r DienstnehmerIn,
  • HeimarbeiterIn oder
  • Vorstandsmitglied


begründet grundsätzlich nur die Teilversicherung in der Unfallversicherung, wenn es

  1. für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart ist und für einen Arbeitstag im Jahr 2016 im Durchschnitt ein Entgelt von höchstens EUR 31,92, insgesamt jedoch von höchstens EUR 415,72 gebührt oder
  2. für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist und im Jahr 2016 im Kalendermonat kein höheres Entgelt als  EUR 415,72 gebührt.



Nähere Informationen zum Thema Geringfügigkeit erhalten Sie  hier.